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Die Tessinerpalme (Trachycarpus fortunei) und ihre Einordnung

  • dohm60
  • 19. März
  • 2 Min. Lesezeit

Die Bezeichnungen Wagners Hanfpalme, Chusan-Palme, Tessinerpalme sowie Chinesische Hanfpalme werden im Alltag oft unterschiedlich verwendet. Gemeint ist jedoch in den meisten Fällen dieselbe Art: Trachycarpus fortunei.



Die als Trachycarpus wagnerianus bezeichnete Form wurde durch den Leipziger Gartenbauer Albert Wagner nach Europa gebracht. Sie unterscheidet sich durch ihren kompakteren Wuchs sowie kleinere, festere Blätter und wird im Gartenbau häufig als eigene Sorte geführt.

In der Wissenschaft ist man sich jedoch weitgehend einig, dass es sich dabei nicht um eine eigene Art handelt. Während sie von Info Flora noch als Unterart eingeordnet wird, betrachten viele aktuelle Fachquellen T. wagnerianus schlicht als eine Variante von Trachycarpus fortunei. Diese Einschätzung findet sich unter anderem bei Global Biodiversity Information Facility, Plants of the World Online und International Plant Names Index.

Auch das Bundesamt für Umwelt (BAFU) bestätigt diese Sichtweise.

Im Zusammenhang mit dem in der Schweiz viel diskutierten Palmenverbot ist bemerkenswert, dass dieser Zusammenhang in der öffentlichen Debatte kaum thematisiert wird. So kommt es, dass die Wagners Hanfpalme weiterhin im Handel erhältlich ist, obwohl sie wissenschaftlich derselben Art entspricht wie die regulierte Chinesische Hanfpalme.

Das wirft die Frage auf, wie wirksam solche Regelungen in der Praxis sind. Trachycarpus fortunei wächst in der Schweiz mittlerweile auch wild und kann sich ausbreiten. Wenn jedoch unterschiedliche Namen für dieselbe Pflanze im Umlauf sind, wird eine klare Umsetzung von Massnahmen erschwert.

Aus diesem Grund verzichte ich bewusst darauf, die Wagners Hanfpalme anzubieten.


Literaturverzeichnis (APA 7th)

BAFU. (persönliche Mitteilung).

GBIF. (2025). Trachycarpus fortunei (Hook.) H. Wendl. Global Biodiversity Information Facility.

Govaerts, R., & Dransfield, J. (2005). World checklist of palms. Royal Botanic Gardens, Kew.

Henderson, A. (2009). Palms of southern Asia. Princeton University Press.

Info Flora. (o. J.). Trachycarpus fortunei Factsheet. Nationales Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora.

IPNI. (2025). Trachycarpus fortunei. International Plant Names Index.

Iwatsuki, K., Boufford, D. E., & Ohba, H. (2016). Flora of Japan. Kodansha.

POWO. (2025). Trachycarpus fortunei. Plants of the World Online, Royal Botanic Gardens, Kew.

Wu, Z. Y., Raven, P. H., & Hong, D. Y. (2010). Flora of China. Science Press & Missouri Botanical Garden Press.

 
 
 

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