Forschende der Uni Zürich entdecken neue Palmenart in Kolumbien
- dohm60
- 9. Apr.
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Forschende der Universität Zürich haben im Südosten Kolumbiens eine bislang unbekannte Palmenart beschrieben. Der Fund von Attalea táam zeigt, wie zentral die Zusammenarbeit mit indigenen Gemeinschaften für die Biodiversitätsforschung sein kann.
Die Palme wächst im abgelegenen Departement Vaupés nahe der brasilianischen Grenze – einer Region, die botanisch noch wenig erschlossen ist.

Der entscheidende Hinweis kam aus der Praxis: Mitglieder der Cacua-Gemeinschaft machten die Forschenden auf eine ihnen unbekannte Palmenfrucht aufmerksam. Anders als zunächst angenommen, stammt sie von wild wachsenden Beständen.
Gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung wurden die Palmen im Regenwald lokalisiert und kartiert. Die Cacua brachten detailliertes Wissen über Vorkommen, Nutzung und nachhaltige Ernte ein und beteiligten sich aktiv an der Datenerhebung.
Die anschließende Analyse bestätigte, dass es sich um eine neue Art handelt. Attalea táam kann bis zu 23 Meter hoch werden und ist unter anderem an markanten ringförmigen Blattnarben am Stamm zu erkennen.

Die Gattung gilt als taxonomisch schwierig, da ihre Arten eine hohe morphologische Variabilität aufweisen.
Bemerkenswert ist auch der Forschungsansatz: Die Ergebnisse wurden in die lokale Sprache übersetzt und durch einen Peer-Review-Prozess innerhalb der Gemeinschaft ergänzt. Damit geht die Studie über klassische Datenerhebung hinaus und integriert indigene Expertise systematisch in den wissenschaftlichen Prozess.
Die Entdeckung unterstreicht, dass lokales Wissen eine Schlüsselrolle bei der Erfassung bislang unbekannter Arten spielen kann – insbesondere in schwer zugänglichen Regionen wie dem Amazonasgebiet.





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